#44 Externe Lehraufträge und nebenberufliche Dozententätigkeiten - mit Prof. Dr. Ina Elisabeth Klingele
Shownotes
In unserer neuen Podcast-Folge spricht Dr. Anna Ruth Leo mit Prof. Dr. Ina Elisabeth Klingele, Prorektorin für Studium und Lehre an der Hochschule Kehl, über externe Lehraufträge und nebenberufliche Dozententätigkeiten von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten.
Ina Klingele berichtet von ihrem Weg von der Justiz in die Hochschullehre und erklärt, warum Hochschulen auf Praktikerinnen und Praktiker angewiesen sind. Gemeinsam geht es darum, wie man einen Lehrauftrag erhält, welche Voraussetzungen wichtig sind und warum es sich lohnt, früh Lehrerfahrung zu sammeln.
Außerdem sprechen die beiden über Praxisbezug in der Lehre, typische Herausforderungen beim Einstieg und die Chance, durch die Ausbildung junger Menschen Zukunft mitzugestalten.
Transkript anzeigen
00:00:01: Willkommen bei anwaltwerden.de, dem Podcast rund ums Anwalt werden und Anwalts sein!
00:00:10: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts Anwalt werden.
00:00:14: Mein Name ist Dr.
00:00:15: Anna Rot-Leo und heute geht es um externe Lehraufträge und nebenberufliche Dozententätigkeiten von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwelten.
00:00:25: eingeladen
00:00:25: habe ich Prof.
00:00:26: Dr.
00:00:27: Ina Klingele, von der Hochschule Kehl und wir werden uns jetzt dazu unterhalten.
00:00:33: Herzlich willkommen Ina!
00:00:35: Ja, herzlich willkommen.
00:00:37: Danke für die Einladung Anna!
00:00:39: Ja
00:00:39: schön dass du da bist.
00:00:40: auf diese Folge heute habe ich mich besonders gefreut, weil wir kennen uns ja nicht nur wachlich oder inhaltlich.
00:00:47: Damit haben wir eigentlich gar nichts miteinander groß zu tun sondern weil wir uns eben privat kennen.
00:00:53: Wir sind miteinander verwandt und ich bin vor allem mit dir groß geworden immer so im erweiterten Kreist unsere Oma's Mann Schwestern Und deshalb finde ich es auch schön dass wir jetzt mal In unseren beruflichen Perspektiven uns gegenseitig nochmal Einblick geben.
00:01:08: Es geht mir tatsächlich genauso.
00:01:10: Ich freue mich unheimlich und habe deinen Werdegang sozusagen immer gerne begleitet, da ich ja doch einiges älter bin.
00:01:17: von daher hat mich das total gefreut dass du eben dann auch in die Juristerei dann eingeschlagen bist.
00:01:24: Ja genau!
00:01:26: Das fand ich auch schön und du warst für mich auch immer eine gute Ratgeberin.
00:01:30: jetzt lass uns einmal zum Fachlichen kommen oder einsteigen.
00:01:34: Magst du dich einmal kurz vorstellen, wer bist Du?
00:01:36: Was machst Du heute an der Hochschule Kehl?
00:01:39: Ja wie bist Du dahin gekommen?
00:01:41: Ja also mein Name ist Ina Klingele.
00:01:43: ich bin Prorektorin für Studium und Lehre an der hochschule kehl.
00:01:47: die Hochschulkehl ist eine Hochschulle für öffentliche Verwaltung und seit zwanzig-einenundzwanzig bin ich dort Professorin mit einer Professur für Öffentliches Recht.
00:02:00: ja schön Vorher warst du zehn Jahre in der Baden-Württembergischen Justiz.
00:02:09: Vielleicht kommen wir nämlich erst noch mal so zu deinem Werdegang als Juristin und da warst Du unter anderem am Amtsgericht tätig, aber auch als Staatsanwältin und magst Du vielleicht uns da nochmal ein bisschen was erzählen?
00:02:24: Auch gerne vom Studium und wie Du dahin gekommen bist wo Du heute bist
00:02:32: sehr gerne.
00:02:33: Also Jura studiert habe ich damals in Trier und dann in Freiburg.
00:02:39: Dazwischen habe ich einen Auslandsaufenthalt gemacht, gefördert von der Studienstiftung und der Alfred Krupp von Bohlen- und Halbach Stiftung war ich in der Volksrepublik China und hatte dort ein ganz spannendes Jahr an der Universität Nanjing mit einem Kooperationsprojekt zum deutsch- chinesischen Wirtschaftsrecht mit der Universitet Göttingen und das war einfach eine eine ganz faszinierende Zeit habe dort auch sehr viele Projekte in der Volksrepublik China gemacht, die unheimlich spannend waren zu sehen wie deutsches Recht auch ein Exportschlager sein kann.
00:03:20: Es ging gerade darum über das deutsche BGB oder das UN-Kaufrecht übernommen.
00:03:26: Da hat sich dann leider das UN Kaufrecht durchgesetzt.
00:03:29: aber also eine ganz spannende Zeit in der Volksrepublik und danach hab ich im Europäischen Umweltrecht bei Professor Fosskühle in Freiburg promoviert zum Luftreinhalteplanung, Wasserbewirtschaftungsplanung und bin dann eben in die Justiz gegangen.
00:03:52: Ja du hast gerade schon gesagt dass du bei Prof.
00:03:55: Foss Kühle promovierte hast.
00:03:57: der ist ja auch lange Bundesverfassungsrichter gewesen.
00:04:00: das ist ja auf jeden Fall eine tolle Stations- oder Werdegang in deinem Lebenslauf.
00:04:10: Wie hat diese frühe wissenschaftliche Prägung deinen Weg beeinflusst?
00:04:13: Oder hat sie das überhaupt beeinflußt, dass du heute auch Professor und zwar an einer Hochschule aber eben doch in der Wissenschaft tätig bist?
00:04:23: Also ich denke auf zwei Sachen.
00:04:26: zum einen ist Prof.
00:04:28: Foskule, der ja dann auch Präsident des Bundesverfassungsgerichts war auch als Mensch ein ganz toller Vorgesetzter gewesen.
00:04:37: Er hat uns immer seine Lehrstuhlfamilie genannt und wir hatten wirklich das Gefühl, dass vermittelt er auch, bedeutend ist, dass er am Werdegang teilnimmt.
00:04:49: Ich bin immer noch zum Sommerfest eingeladen und das zeigt einfach, dass da so eine tatsächlich eine Familie gewachsen ist in der man eben dann auch wissenschaftlich wächst.
00:05:01: Er hat hohe Erwartungen die man aber eben auch erfüllen kann.
00:05:09: Die Grundlagen des Verwaltungsrechts sind eben ein Lehrbuch zusammen, was damals ein ganz tolles Konzept verfolgt hat.
00:05:18: Das Fünfzig Wissenschaftler im öffentlichen Recht zusammengefasst wurden um über die Grundlagen das Verwaltung rechts nachzudenken aber auch unter einer Steuerungsperspektive kann recht steuern, wie muss Recht steueren?
00:05:35: Wie wirkt auch recht?
00:05:37: tatsächlich und diese Perspektive kann ich jetzt gerade an der Hochschule für öffentliche Verwaltung gut leben.
00:05:43: Weil ich eben immer diesen Abgleich mit den Praktikern habe und grad in meinen Bachelorarbeiten oftmals auch empirische Teilaspekte quasi auch haben, um genau dieses zu haben.
00:05:56: Nicht nur wie soll es wirken?
00:05:59: Wie sieht das rechtlich aus?
00:06:00: Sondern eben auch diese Rechts-Tatsachenforschung finde ich ist eine ganz spannende Perspektive und da bin ich sicherlich sehr geprägt von diesem Lehrbuch und Professor Foskule.
00:06:12: Ja, das hört sich auf jeden Fall... so an und ist sicherlich gerade eben für eine Hochschule, die ja auch den Praxisbezug in einen Vordergrund stellt.
00:06:23: Dann im Endeffekt bist du dann genau die richtige auch für diesen Bereich gewesen oder das hat dir auf jeden Fall dem Weg geebnet da auch eine gute Lehre mitzufinden mit einem ordentlichen Praxisbezug.
00:06:38: Du warst zehn Jahre in der Baden-Württembergischen Justiz tätig, unter anderem als Staatsanwältin und dann auch vor allem lange Jahre als Familienrichterin am Amtsgericht in Karlsruhe.
00:06:50: Was unterscheidet die Arbeit als Richterin bzw.
00:06:52: Staatsanwelten am meisten von der als Professorin fachlich und menschlich?
00:06:59: Ja, das ist ganz spannend.
00:07:00: Dass ich tatsächlich meine Schwerpunkte quasi das Familienrecht durchaus auch noch weiterlehren darf was mich sehr freut also gerade Unterhaltsrecht und familiengerichtliches Verfahren.
00:07:14: Das leere ich tatsächlich auf weiterhin.
00:07:18: Wir sind eine relativ kleine Hochschule, sodass wir da tatsächlich auch weite Bereiche abdecken können.
00:07:25: Ansonsten hat sich es mittlerweile bei mir zum Datenschutz mit einem ganz großen Schwerpunkt hin verlagert.
00:07:33: Was sich ganz stark unterscheidet und was für mich auch ausschlaggebend war, ist ich leere einfach unheimlich gerne.
00:07:41: Und dieses Gefühl gerade an einer Hochschule für öffentliche Verwaltung vielleicht den Staat der Zukunft ein bisschen mitträgen zu können?
00:07:50: Was man jungen Leuten mit gibt in Studium wie man sieht, wie sie sich entwickeln das macht mir Es hat sich so gemeint, es ist viel mehr Freude als vor Akten zu sitzen.
00:08:03: Von daher bin ich genau da richtig, wo ich jetzt
00:08:06: bin.".
00:08:07: Ja das hört sich so an wie der Menschenbezug den man ja durchaus in den Gerichtsverhandlungen auch hat aber natürlich schon sehr zurückgezogen und sehr vornahm.
00:08:18: oberigen Perspektive dann da gefehlt hat oder andersrum, dass es das ist was dir so viel Spaß macht an der Lehre und dir.
00:08:27: so liegt da eben der Kontakt mit den Menschen und viel mehr oder viel weniger hinter einem Schreibtisch zu sitzen.
00:08:33: Ist das denn auch so?
00:08:35: Also wenn ich jetzt überlege wie sieht's und Tag von dir aus oder vielleicht einen kurzen Abriss vor einer Woche, wieviel Kontakt oder ja... ist das
00:08:47: Also tatsächlich, wir haben an den Hochschulen für angewandte Wissenschaft in Baden-Württemberg.
00:08:52: Wir haben achtzehn Stunden die wir quasi erbringen müssen.
00:08:57: das ist jetzt deutlich mehr als eine Universitätsprofessur.
00:09:01: also man verbringt sehr viel Zeit im Lehrsaal sodass man sich da tatsächlich voll austoben kann, also gerade die Kollegen, die ganz übermäßig forschen.
00:09:13: Da bleibt quasi sehr wenig Zeit im Semester außer man schafft es dann tatsächlich Leerbeauftragte einzusetzen durch Drittmittel, die man erworben hat.
00:09:26: Diese achtzehn Stunden sind schon ein sehr hohes Lehrdeputat.
00:09:30: Ich habe jetzt weniger, weil ich pro Rektorin bin so dass ich quasi nur die Hälfte oder weniger als die hälfte noch mit Vorlesungen und Vorlesungsbetrieb beschäftigt bin.
00:09:42: aber das was sich eben auch sehr gerne machen hat ist eben als Richter ist das Kind in den Brunnen gefallen Und man kann wenig an Strukturen ändern.
00:09:53: Das kann man eben an der Hochschule, wo man ja auch gerade versucht Sachen mitzugestalten ganz anders und das ist es eben auch was mich fasziniert an der Pro-Rektorenstelle dass man jetzt nicht nur über die Lehre wirken kann sondern eben auch im Rektorat werden natürlich versuchen für die Hochschulen auch gute Entscheidungen zu treffen und in die Zukunft weiterzuentwickeln.
00:10:17: Ja das ist
00:10:18: sehr
00:10:19: spannend.
00:10:20: Was
00:10:20: sind denn das für Menschen, die bei euch studieren?
00:10:23: Ich selbst bin ja auch Dozentin einer Fachhochschule hier in Frankfurt an der University of
00:10:30: Applied
00:10:30: Sciences und bin im Fachbereich für Architektur- und Bauingenieurwesen.
00:10:37: Also bei mir sind die Studierenden entweder junge Menschen, zu studieren
00:10:45: und
00:10:46: auch junge Architektin oder angehende Architekten und Architekten.
00:10:50: Und was sind das bei dir für Menschen?
00:10:52: Also, was für Studiengänger habt
00:10:54: ihr
00:10:54: und wer fängt da
00:10:56: an
00:10:56: zu studien?
00:10:57: Genau, wir sind eine der Hochschulen für öffentliche Verwaltung.
00:11:01: Das heißt unser Schwerpunkt liegt daran für die Verwaltung den gehobenen Dienst schwerpunktmäßig auszubilden.
00:11:08: Wir haben zwei Studiengänge im Bachelorstudium das ist der Bachelor Public Management wo man eben sich qualifiziert für den gehoben Verwaltsdienst und tatsächlich juristische Fächer hat und fünfzig Prozent, alles was die Verwaltung noch so braucht.
00:11:29: Das ist Wirtschaft das ist Psychologie, das ist Soziologie, dass es auch ganz stark Verwaltungsinformatik, Organisationsmanagement all diese fächer und dann haben wir natürlich auch noch Masterstudiengänge ja bei ihm Schwerpunkt immer Verwaltet.
00:11:47: und unser Haupt Stuhl, unser Hauptzweck ist eben für den gehobenen Verwaltungsdienst in Baden-Württemberg mit unserer Schwester Hochschule in Ludwigsburg ja Personal auszubilden.
00:12:00: Ja da kann ich dann doch auch persönlich anknüpfen weil Damals der letzte Diplomjahrgang, Diplomerweitungswürttin hieß das sehr wahrscheinlich in Baden-Württemberg auch.
00:12:13: Genau wäre dann also jetzt heute der Bachelor gehe ich davon aus genau der Bachelorstudiengang und das ist natürlich schon bei uns war noch der Fachbereich Polizei mit dabei.
00:12:29: Das ist aber dann bei euch Nicht so höre ich raus.
00:12:33: Genau, in Baden-Württemberg gibt es dafür verschiedene Hochschulen und wir haben eben auch eine Hochschule die sich um Polizei kümmert.
00:12:42: aber das ist bei uns zu sagen Wir sind nur für den allgemeinen Verwaltungsdienst.
00:12:46: In Baden Württmberg sind Rentenversicherung und Steuer haben auch nochmal sind auch noch mal Eigen und die Rechtspflegeeigen.
00:12:55: also da haben wir unterschiedliche Hochschullen die sich damit mit unterschiedlichen Kompetenzen sozusagen drum kümmern und die Polizei ist bei uns in Köln und Ludwigsburg nicht mit dabei.
00:13:08: Bei uns damals hieß es immer, dass Schwerpunkt die Rechtsanwendung und Auslegungen sind.
00:13:15: So wurde das bei uns damals gesagt aber auch schon lange her.
00:13:22: Was würdest du rückblickend jetzt wieder Juristinnen und Juristen vielleicht raten, die einen Wechsel erwegen also entweder aus der Justiz oder auch aus der Anwaltschaft an die Hochschule.
00:13:33: Also nicht an die Universität sondern so wie du an eine Hochschulen aber dann doch hauptamtlich als Professorin?
00:13:42: Tatsächlich habe ich das gar nicht so lange geplant und das finde ich vielleicht auch, dass würde ich gerne jungen Juristen mitgeben.
00:13:53: Die vielleicht überlegen wie sieht es denn aus?
00:13:55: Wie kann ich Beruf und Karriere gut vereinbaren?
00:13:59: für mich war tatsächlich der der Wechsel in die Justiz auch ganz stark davon geprägt, dass Richter ein sehr anspruchsvolle und verantwortungsvolle Tätigkeit ist die ich aber sehr gut mit einer Familie kombinieren kann.
00:14:15: Und ich kriege nicht schlechtere Fälle, wenn ich nur Teilzeit arbeite.
00:14:23: Sondern ich krieg exakt dieselben Fälle nur einfach weniger.
00:14:26: Also es ist eine sehr faire Tätigkeit die ich in Teilzeit eigentlich ganz gut ausüben kann und dementsprechend war für mich sozusagen dieser Einstieg in die Justiz auch etwas was da durchkam Wieso für mich klar war, dass die Hochschule quasi jetzt erst mal so lange ich kleine Kinder habe ausscheide.
00:14:50: und tatsächlich war es genau wie bei vielen Frauen das sich im richtigen Moment gefragt wurde.
00:14:58: Ich hatte das gar nicht als Karriereziel gesehen sondern wurde tatsächlich von einer Kollegin ganz liebe Grüße an Professor Schulze dann Regerecht aufgefordert mich zu bewerben, weil mein Lebenslauf doch wirklich perfekt passen würde und die Stellenausschreibung war so... Also es ging um Grundlagen des Verwaltungsrechtes.
00:15:22: Es ging gleichzeitig um Umweltrecht.
00:15:25: Ja, da habe ich gedacht Mensch das ist eigentlich jetzt die Chance Die Kinder sind größer.
00:15:30: Und dann haben mein Mann und ich uns in die Augen geschaut und überlegt, ob wir quasi das machen.
00:15:36: Weil vorher war ich eher in Teilzeit und dann haben wir es gedreht dass er in Teil Zeit gegangen ist und ich voll gearbeitet habe und haben das so gemacht.
00:15:46: und da vielleicht gerade an die Frauen eine Entscheidung, die man wegen der Familie trifft quasi nicht bedeutet das nachher noch andere Türen aufstehen und dass man dann da tatsächlich noch viele Möglichkeiten hat.
00:16:05: Wenn man das Ganze eher als Ziel angeht, ist ganz wichtig Lehrerfahrung zu sammeln.
00:16:12: Ja,
00:16:12: das höre ich auch so raus, wenn du jetzt gesagt
00:16:15: Das
00:16:15: kam so zu dir und du wurdest gefragt, aber am Ende ja doch auch ausschlaggebend war deine wissenschaftliche Tätigkeit vorher oder auch dein Promotionsthema.
00:16:26: Und deinen Interesse immer an der Wissenschaft.
00:16:28: Ich mein auch wenn Du Richterin dann warst, warst du ja doch noch irgendwie zumindest interessiert und auch involviert?
00:16:38: Und das höre ich so raus dass das dann sicherlich wichtig ist.
00:16:45: Ja, also neben der Lehrerfahrung ist natürlich an den Hochschulen muss man auch forschen das Recht weiterentwickeln und dementsprechend brauchen wir Personen die Interesse daran haben.
00:17:00: Die wissenschaftlich arbeiten wollen und das lässt sich am besten durch die Promotion nachweisen aber eben dann auch noch darüber hinaus über weitere Veröffentlichungen.
00:17:10: Ja, spannend!
00:17:11: Kommen wir vielleicht zu den externen Lehraufträgen und nebenberuflichen Dozententätigkeiten.
00:17:19: Habt ihr denn viele bei euch an der Hochschule oder hast eben schon gesagt, ihr seid eine relativ kleine Hochschulen?
00:17:26: Genau wie ist das da mit externen Lehrerbeauftragten?
00:17:31: Gibt es da vielleicht auch Bereiche wo ihr sagt, da brauchen wir eine besondere oder wollen eine besonderen Praxiserfahrung?
00:17:41: Leerbeauftragte besonders gern.
00:17:44: Also tatsächlich haben alle Hochschulen für angewandte Wissenschaften, zu denen eben auch unsere Hochschule zählt als Hochschulveröffentliche Verwaltung großes Interesse an Praxisbezug und das geht letzten Endes auch nur indem ich auch Praktiker in die Lehre einbinde.
00:18:01: wo man unterscheidet ist dass man im Anfang, im Grundstudium da haben wir Fächer Hauptamtliche Kollegen unterrichten, um quasi die Basis einheitlich zu legen und auch prüfungsrechtlich hier wirklich eine ganze Gleichheit zu gewährleisten.
00:18:22: Und je stärker ausdifferenziert das ist in den Vertiefungen.
00:18:26: Je stärker es dann auch Richtung Praxis geht desto stärker wollen wir natürlich auch Praktikainnen einbinden, um ja die Studierenden bestmöglich auf die Praxis vorzubereiten.
00:18:39: Ja, das ist spannend.
00:18:40: Das kenne ich auch aus meiner Dozenten-Tätigkeit.
00:18:45: Ich bin ja an der Fachhochschule in Frankfurt und bereite Bauingenieurinnen und Architekten
00:18:52: auf
00:18:53: die Rechtsanwendung vor im jeweiligen Bereich.
00:18:58: Ich bin da im Schwerpunkt für den Studiengang Infrastrukturmanagement gerade zum Planfeststellungsverfahren und solche Sachen.
00:19:11: Das ist bei mir ein Nebenbereich, bei dir ist das ja mit der Rechtsanwendung und Auslegung was ganz anderes wenn du die Menschen für den gehobenen Dienst vorbereitest.
00:19:23: Jetzt nochmal zu der Frage wie Ist das denn, habt ihr überhaupt Rechtsanwältinnen und Rechtsanwalte dann als Dozentin und Dozenten also nebenberufliche DozentInnen bei euch an der Hochschule in
00:19:37: Kehl?
00:19:39: Also ich würde sagen, der Großteil unserer Lehrbeauftragten sind keine Rechtsanwelthinnern sondern kommen eben aus der öffentlichen Verwaltung.
00:19:50: Aber gerade die Rechtsanwaltsperspektive ist auch für uns ganz wichtig, weil sonst würde man böse gesagt zu sehr im eigenen Saft schmoren.
00:20:03: Und da ist es gerade gut diesen Blick von Rechtsanwältenen, die ja teilweise dann auch kritisch als Gegner im Verwaltungsverfahren dann vielleicht der Verwaltung gegenüber sitzen und hier ihre Perspektive haben.
00:20:20: Und vielleicht auch mitteilen können, was aus ihrer Sicht schiefläuft?
00:20:26: Wenn ich das direkt in die Lehre einbinden kann, kann ich eben bestimmte Sachen ganz anders vermeiden.
00:20:34: Gerade deswegen ist auch der Kontakt mit Rechtsanwältinnen und Rechtsanwelten ganz wichtig für die Hochschule.
00:20:42: Ja, da kann ich auch wieder aus meiner eigenen Erfahrung aber nicht als Dozentin sondern als Studentin anknüpfen.
00:20:49: und zwar ist es so dass der Prof.
00:20:52: Dr.
00:20:52: Pützenbach ein Honorarprofessor an sich hier bei uns am Frankfurt University Und gleichzeitig Partner von Kapellmann Rechtsanwälte, der hat damals bei uns an der Hochschule das öffentliche Baurecht gelehrt.
00:21:07: Da hatte ich auch den ersten Kontakt zu Kapellmann und Partner bekommen Und kann mich noch gut daran erinnern, dass ich da auf jeden Fall... Ich meine das Baurecht ist auch plastisch.
00:21:19: Man hat ja Gebäude und Grundstücke in Bezug, dass sich auf jeden fall diese Praxisfälle, die ihr natürlich selber mitbringen konnte immer ganz spannend fand als Studentin und eben so auch wirklich sehr früh mein Bezugspunkt hatte zu der Kanzlei, an der ich heute arbeite.
00:21:39: Das ist das einzige was bei einer Tätigkeit wenn man bei uns Lehrkraft wäre eben ausscheidet dass man das schlecht als Rekrutierungselement einsetzen kann weil wir eben tatsächlich unsere Absolventen in die öffentliche Verwaltung gehen und dafür eben wir sind ein bezahltes Studium duales Studium.
00:22:00: von Anfang an werden unsere Studierenden Beamtenanwärter, also in Baden-Württemberg auch noch verbeamtet und von daher scheidet das als Rekrutierungselement aus.
00:22:10: Aber was du gesagt hast dieser Praxisbezug diese Fälle die mitgebracht werden können?
00:22:17: Das ist natürlich für immer schön, dass man eben auch noch Fälle hat die sich jedes Jahr ändern.
00:22:25: Die mit der Zeit mitgehen und das können Praktika dann gut mitbringen.
00:22:31: Das erinnere ich damals von meinem dualen Studium der Verwaltungswissenschaften auch sehr gut.
00:22:38: diese praxisbezogenheit bei uns war so, dass wir einen Dienstherm hatten Damals tatsächlich in Hessen Angestellte waren im öffentlichen Dienst und dann immer Phasenweise, das war noch in Trimästern Studien gegangen sind an die Hochschule.
00:22:59: Und dann eben in der Praxis eingesetzt wurden in verschiedenen Ämtern.
00:23:04: Wie ist es denn?
00:23:05: In Baden-Württemberg ist das auch ein duales Studium dass man irgendwo angestellt ist oder verbeamtet vielleicht sogar Dienstherren hat und von dem zum Studium geschickt wird.
00:23:20: oder ist das
00:23:21: in Baden-Württemberg anders?
00:23:22: Das ist tatsächlich bei uns ein bisschen anders.
00:23:26: Bei uns ist es so, dass die Zu uns kommen an die Hochschule.
00:23:31: Sie müssen vorher schon ein Praktikum machen, sechs Monate wenn sie noch keinen Verwaltungsbezug haben.
00:23:38: aber dienstherr ist dann nicht die einzelne Dienststelle sondern sie studieren erst mal und können sich danach dann entscheiden.
00:23:47: und sie dürfen also sie müssen bei uns auch Pflichtpraktika machen an unterschiedlichen Stellen.
00:23:54: Also von daher sind sie nicht einer Stelle zugeordnet.
00:23:58: Ich bin da dem Land Baden-Württemberg auch unheimlich dankbar, dass wir diese Ausbildung haben weil das Studierenden tatsächlich andere Möglichkeiten eröffnet.
00:24:09: Also wir haben oftmals Studierende, die sagen ich möchte eigentlich in meiner Heimatgemeinde bleiben und die dann eben ein Praktikum woanders in der großen Stadt machen müssen und dadurch ganz andere Erfahrungen mitnehmen können in die kleine Kommune Und natürlich auch manchmal studieren Die merken das in der Dienststelle wo sie eigentlich hin wollten dass es da einfach nicht so passt und dass sie sich weiterentwickelt haben, dass sie plötzlich lieber Kämmerer werden wollen.
00:24:42: Und dann ist es unheimlich gut wenn man eben diese Möglichkeiten hat.
00:24:48: denn die Studierenden, die zu uns kommen, kommen ja teilweise dann frisch von der Schule sind noch ganz jung und merken dann erst während des Studiums so richtig in welche Richtung es für sie nachher gehen soll.
00:25:01: und da finde ich das sehr gut, dass Sie eben dann nachher noch frei sind.
00:25:05: Ja das glaube ich, dass das ein Vorteil ist da noch nicht so gebunden zu sein und sich dann eben auch mehr nach der eigenen Interesse und auch dem eigenen Können sehr wahrscheinlich ausrichten zu können.
00:25:17: Genau dieses können, denn bei uns sind es ja auch so unterschiedliche Bereiche in die man später reingehen kann und ich brauche andere Kompetenzen.
00:25:26: Ob ich ins Hauptamt gehe oder ob ich in die Bußgeldstelle gehe, in die Umweltverwaltung – da ist das natürlich für die Verwaltungen sehr gut.
00:25:34: wenn sich dann wirklich die Leute aussuchen können, die sie für ihre Tätigkeit brauchen dann wissen, wenn Sie jetzt jemand fürs Hauptamt auswählen.
00:25:43: Diese Person möchte jetzt auch wirklich in der Kommune wirken und sich dort verankern.
00:25:49: Was macht für dich denn einen guten externen Dozent oder Dozentin aus?
00:25:54: Also jenseits der Fachkenntnisse das ist ja klar dass die jemand für diese spezielle Vorlesung mitbringen
00:26:02: muss.
00:26:03: Die Fachkompetenz ist tatsächlich A und O, das ist ja auch genau das was wir suchen.
00:26:08: Wir brauchen nicht jemanden der nette Anekdoten aus seiner Tätigkeit erzählt sondern eben darauf zielt Studierenden Wissen beizubringen, wissennah zu bringen.
00:26:22: Und da ist aber auch immer ganz wichtig die Studierenden abzuholen wo sie stehen und gerade als langjähriger Berufspraktiker dann wieder den Schritt zurückzugehen.
00:26:34: Wo sind die Studieren?
00:26:35: Wie nehme ich Sie auf diese Reise mit?
00:26:38: Ja, das glaube ich.
00:26:40: Wie ist es mit der Didaktik?
00:26:42: Habt ihr da denn... Ich bin jetzt ein bisschen gesprungen weil sie mich gerade so interessiert hat!
00:26:49: Weil also ich kenne das von mir.
00:26:51: Das wurde so ein bisschen erwartet.
00:26:53: Also ich konnte mich schon auch an den Fachbereich wenden wenn Fragen dazu hatte und an Kolleginnen und Kollegen, aber so sage ich mal einen richtigen Einstieg gab es bei mir jetzt als Dozentin nicht.
00:27:07: Ist das bei euch vielleicht anders oder wie ist das bei Euch?
00:27:10: Da haben wir tatsächlich in Baden-Württemberg ein richtiges Glück!
00:27:16: gibt es die Geschäftsstelle der Studienkommission für Hochschuldedaktik, der Hochschulen für angewandte Wissenschaften und da dürfen sich auch Lehrbeauftragte in didaktik fortbilden lassen.
00:27:30: Da gibt's Einführungskurse, die ich da besuchen kann.
00:27:34: von daher kann man wer das noch nicht hat können wir das sozusagen dann.
00:27:39: dann kann man sich dann noch später nachqualifizieren und die Kurse sind unheimlich gut Und da sind wir sehr dankbar, dass wir diese Geschäftsstelle für Hochschuldetaktik haben.
00:27:52: Ja das glaube ich, das ist auf jeden Fall ein tolles Angebot weil wenn man so mit der Lehre ja dann nicht so hineinwächst und es auch wirklich als Nebentätigkeit macht kann ich mir vorstellen, dass das wirklich ein tolles Angebot ist was man dann auch gerne nutzt.
00:28:09: Wie läuft denn die Auswahl- und Berufung von Lehrbeauftragten?
00:28:14: bei euch ab.
00:28:14: Was sind die formalen Voraussetzungen oder vielleicht nicht nur bei euch?
00:28:19: Also zunächst muss Bedarf bestehen und das bringt es nur, wenn man tatsächlich einfach nachfragt.
00:28:26: Wenn man Interesse hat dass man sich an die Hochschule wendet und anfragt wie es dann aussieht ob bedarf ist.
00:28:34: Es kann manchmal sein, dass man Bedarf gar nicht hat weil man hauptamtliche Kollegen hat die das Fach voll abdecken Und dann leider jemand nichts anbieten kann.
00:28:48: Von daher Bedarf ist die erste Voraussetzung und da muss man einfach das Ganze
00:28:53: erfragen.".
00:28:55: Das heißt, da höre ich so ein bisschen raus?
00:28:56: Ihr schreibt dann nichts aus sozusagen!
00:28:59: Also man sucht nicht über eine Stellenausschreibung externe Dozenten oder Dozentinnen...
00:29:06: Genau, also wenn man jetzt Bedarf hätte der Neu dazu kommen könnte.
00:29:11: Man kann es auch ausschreiben.
00:29:13: aber viele Lehrbeauftragte sind so zu uns gekommen dass sie angefragt haben das sie es mitgeteilt haben oder dass wir über Forschungsprojekte Kooperationen hatten und dann dadurch auf Leute zugegangen sind oder natürlich auch in die Verwaltung rein auf Leute zugebewegt haben, wo wir bemerkt haben dass sie besonders erfolgreich etwas umsetzen.
00:29:41: Zum Beispiel auch im Thema KI das jetzt natürlich ganz Neues.
00:29:45: da ist es ja für uns auch ganz spannend mit der Praxis mitzugehen und hier genau auch sagen zu können wie denn dieses thema auch in der praxis dann implementiert werden kann.
00:29:54: Ja, gibt es denn liebe Ina wenn man sich jetzt nicht bei der Hochschule anrufen oder so eine Initiativbewerbung machen möchte.
00:30:02: Du hast gesagt zur Ausschreibung sind eher unüblich.
00:30:05: noch eine andere Möglichkeit Kontakt mit einer Hochschul zu knüpfen und vielleicht auch auf sich aufmerksam zu machen oder einen Kontakt herzustellen für eine Dozententätigkeit?
00:30:18: Der Dozententätigkeit gibt es eben auch.
00:30:21: ja die wissenschaftlichen Konferenzen und da bietet sich einfach an, die Hochschule kennenzulernen.
00:30:29: Und vielleicht auch seine Expertise einzubringen.
00:30:32: zum Beispiel richtet unsere Hochschulle jetzt die fünfte Fachtagung Digitale Verwaltung am achten Zehnten, zwei tausend sechsenzwanzig aus und sowas sind dann auch tolle Möglichkeiten um wenn man an einem bestimmten Thema eine Gerichtsentscheidung bewirkt hat, auch mit dieser GerichtsEntscheidung auf die Hochschule zuzugehen oder wenn das Thema der Konferenz eininteressiert an den Konferenzen oder Fachtagungen der Hochschulen teilzunehmen.
00:31:03: Ja, ich glaube da ist ja auf jeden Fall der persönliche Kontakt dann auch ziemlich einfach herzustellen indem man dort hingeht und in den fachlichen Austausch geht.
00:31:15: Und man kann auch direkt vor Ort sozusagen von seiner eigenen oder für die eigene expertive Interesse wecken.
00:31:24: Wir hatten das eben schon mal so angerissen, aber ich frage trotzdem nochmal.
00:31:28: Welche Rolle spielt die Verzahnung von Theorie und Praxis für die Ausbildung
00:31:32: gerade
00:31:33: im Verwaltungsrecht
00:31:36: bei euch?
00:31:37: Die Hochschulen für öffentliche Verwaltung leben davon dass wir Studierende ausbilden, die direkt nach der Ausbildung auch durchstarten können, die dann nicht noch eine lange Einarbeitungszeit brauchen.
00:31:51: Keine große Orientierungszeit sondern die wirklich dann ankommen natürlich erst mal als Berufsanfänger starten vielleicht sich auf wie jeder auf einer neuen Stelle einführen kann.
00:32:03: aber gerade diese Verzahnung mit der Praxis führt dazu dass unsere Studierenden sehr gut vorbereitet sind auf ihren späteren Berufsalltag.
00:32:14: Hagt es denn vielleicht manchmal, wenn Praktika in die Lehre kommen?
00:32:18: Ich habe hier so ein paar Beispiele.
00:32:19: Didaktik, Zeitmanagement-Erwartung der Studierenden vielleicht oder gibt es da überhaupt sozusagen einen Punkt wo er immer wieder sieht das könnte ein Punkt sein und ja achtet vielleicht auch besonders darauf.
00:32:34: Das Zeitmanagement ist tatsächlich etwas dass jemand sich viel zu viel vornimmt Und dann merkt, dass das Ganze aus dem Ruder läuft da diszipliniert zu sein.
00:32:47: und wirklich die Punkte, die wir brauchen, die werden nachher auch für Prüfungen brauchen.
00:32:53: Die müssen abgearbeitet sein.
00:32:56: Die Lehrbeauftragten stehen mit den Modulverantwortlichen immer im Austausch.
00:33:02: Was ganz wichtig ist unsere Lehrbeauftragen werden auch evaluiert.
00:33:08: So bekommen wir dann auch das Feedback und können auf die Lehrbeauftragten auch zugehen.
00:33:14: Und eben mit ihnen gemeinsam an Schwachstellen arbeiten, denn am Anfang kann ich noch keine perfekte Vorlesung machen.
00:33:24: da muss sich auch reinwachsen.
00:33:26: und gerade für junge Anwältinnen und Anwälte, die das hören haben sie den Mut.
00:33:33: der Anfang ist noch nicht perfekt.
00:33:36: Das ist auch eine Reise auf die man sich begibt.
00:33:38: von daher eher wenig Zeit anfangen kleine Lehraufträge, um die dann ausbauen zu können.
00:33:46: Dem kann ich total zustimmen.
00:33:48: Also, ich erinnere mich vor vier Jahren habe ich meine erste Vorlesung gehalten und war aufgeregt.
00:33:56: Ich weiß, ich war auch noch nicht so flüssig in meinem Stoff also ich kannte das natürlich schon alles.
00:34:03: War da ja auch Expertin in dem Bereich schon ein paar Jahre.
00:34:07: und trotzdem das so vor Studierenden vorzutragen und sich auch Fragen zu stellen?
00:34:13: Das fand ich eine ein oder anderen stelle schwierig beziehungsweise bar aufgeregt habe aber dann auch gemerkt es ist überhaupt nicht schlimmer was nicht zu wissen.
00:34:24: man kann es ja auch nach liefern und nachgucken.
00:34:26: und das mit dem Zeitmanagement kann ich auch auf jeden Fall bestätigen, dass ich mir erst mal am Anfang gemerkt habe.
00:34:36: Ich muss in die anderen Vorlesen reingehen und hab dann abgeschichtet also von meinem eigenen.
00:34:42: was ich mir vorgenommen habe und genau bin auch immer besser geworden genau und routinierter natürlich.
00:34:51: ja da gilt sicherlich auch weniger ist manchmal mehr.
00:34:55: Die Basics müssen erst mal sitzen.
00:34:58: Für die muss man wirklich dann auch Zeit verbringen und manchmal besteht die Gefahr, dass man eben zu schnell noch ein Anekdötchen erzählt und das Lärbeauftragte vielleicht da sehr abschweifen.
00:35:13: Also diese Anektoten sind total wichtig.
00:35:16: Die sind das Salz in der Suppe.
00:35:17: aber die Suppe muss sozusagen erst einmal gekocht sein.
00:35:21: Genau!
00:35:21: Und darf nicht verseißen werden?
00:35:25: Ja, was rätst du denn Anwältinnen und Anwälten die eben neben dem Beruf einen Lehrauftrag übernehmen wollen?
00:35:34: Kontakt zu einer Hochschule zu suchen den Mut zu haben das zu machen.
00:35:39: Mit einem Lehrauftragen nimmt man persönlich unheimlich viel mit.
00:35:45: da können wir gleich nachher nochmal dazu kommen.
00:35:48: aber Mut haben
00:35:49: ja dass kann ich bestätigen gut gehört auf jeden Fall dazu
00:35:54: und
00:35:55: auch vom eigenen Können überzeugt zu sein oder sich selbst das zuzutrauen.
00:36:00: Und für mich war der Kontakt über die Kanzlei auf jeden Fall noch sehr hilfreich, also wenn man Kontakt
00:36:08: über
00:36:09: den eigenen Arbeitgeber oder vielleicht auch Kolleginnen und Kollegen oder Freundinnen und Freunde zu einer Hochschule oder zu Lernen an einer Hochschool hat ist das sicherlich auch ein Vorteil dass man sich dann dort
00:36:22: mal
00:36:23: vorstellen
00:36:24: kann.
00:36:26: Wir wollten
00:36:27: ja
00:36:27: noch einmal dazu
00:36:28: kommen,
00:36:30: wie es als... Du bist ja hauptamtliche Lehrende, hauptsamtliche Professorin an der Hochschule ist
00:36:37: und
00:36:37: zwar ist es so dass du hier nicht nur eine Lehrverpflichtung hast sondern du bist ja auch noch wissenschaftlich tätig.
00:36:44: was
00:36:45: machst du da genau?
00:36:46: Was Forschung angeht zählt publizieren natürlich ganz stark dazu und dort freuen wir uns, dass das Buch Zivirecht im Verwaltungshandeln wo ich zu Unterhalts- und Abstammungsrecht etwas beigetragen habe.
00:37:01: Das wird jetzt im Winter erscheinen herausgegeben von Judith Klingstraub und Andreas Witt zwei Kollegen.
00:37:09: auch noch eine Kooperation zwischen den Hochschulen Ludwigsburg und Kehl und sowas ist dann natürlich darauf man mit Freude schaut.
00:37:18: Der andere Punkt ist im Datenschutzrecht.
00:37:22: Neben Publikationen bin ich an einem Praktikaustausch beteiligt und Leiterin des kommunalen Netzwerkes Datenschutzt, da treffen wir uns zweimal jährlich mit behördlichen Datenschuzbeauftragten in Baden-Württemberg.
00:37:38: Das ist eben ein weiterer Punkt wie man Praktika, den Bezug zu Praktikern hält.
00:37:45: Dass die Hochschule selbst auf Praktiker zugeht und in solchen Netzwerken präsent ist um eben genau zu merken wie sich die Praxis entwickelt und wo quasi der Schuh drückt, um dann dort auch weiter forschen zu können
00:38:01: Hört sich sehr spannend an und es hört sich auch nach einer guten Abwechslung in deinem Berufsalltag zwischen der Lehre und dem Kontakt zu den Studierenden, die man ausbildet und auf ihren Beruf vorbereitet.
00:38:17: Und dann dem eigenen Beitrag zur Wissenschaft und damit ja auch einen Beitrag zum Weiterentwicklung aber eben auf einer anderen Ebene leistet.
00:38:29: Jetzt zum Schluss vielleicht doch nochmal ein Bogen zu den Lehrbeauftragten.
00:38:36: Wie ist das genau,
00:38:37: was
00:38:38: brauchen die für formale Voraussetzungen?
00:38:42: Die Vergütung?
00:38:43: ist das ein Vertrag oder gibt es da?
00:38:47: werden die Berufen?
00:38:49: Das weißt du vielleicht auch von den externen Lehrbeauftragten bei euch eine Freistellung Hauptamtlichen oder Haupttätigkeit.
00:38:59: Bei euch sind es ja in der Regel Menschen aus der Verwaltung, bei uns kann ich sagen in der Kanzlei ist das aber auch so.
00:39:07: also wir werden freigestellt in unserer Arbeitszeit um den Lehrauftrag dann aufzunehmen
00:39:15: und bedarf
00:39:16: es da vielleicht auch einer Genehmigung von einer höheren Stelle?
00:39:20: Und wie ist das auch bei euch intern in der Hochschule Kehl wenn so eine externe Leerbeauftragte Person aufgenommen oder angenommen wird.
00:39:31: Genau, also wir haben einen Qualitätsziel als Hochschule zu wahren und dementsprechend müssen wir auch die Leerbeeauftragten quasi genau prüfen.
00:39:43: von daher wer sich bei uns quasi bewirbt muss ein Personalbogen ausfüllen wo sich dann eben auch der Aus dem Lebenslauf die Expertise ergeben sollte oder durch zusätzliche Veröffentlichung.
00:39:58: Und in Baden-Württemberg ist tatsächlich der Lehrauftrag ein Verwaltungsakt, der dann erteilt wird von der Hochschule und es gibt auch eine Vergütung wenn eben nicht was bei uns ja auch sein könnte einen Praktiker diese Tätigkeit eben in seinem Hauptamt dann quasi ausführen kann.
00:40:18: Wenn das nebenberuflich
00:40:24: Ja, so ist das tatsächlich bei mir auch.
00:40:27: Das ist auch ein bestimmter Betrag der sich nach dem Stundenaufwand richtet und es ist eben auch so dass ich keinen Arbeitsvertrag mit der Hochschule habe sondern ich werde berufen dort.
00:40:42: also es wird auch im Verwaltungsakt wie ich dann davon aus sein das habe ich noch gar nicht näher hinterfragt.
00:40:49: das könnte ich mal machen als Verwaltung wie das hier bei mir ist und genau bekomme dann aber eben auch kein Gehalt oder sowas, sondern es ist eine Ausgleichszahlung oder eine Entschädigungszahlung.
00:41:04: Und ja was wünscht du dir denn vielleicht für die Zukunft der Zusammenarbeit zwischen Praxis und der Hochschule Kiel?
00:41:13: Gibt es da etwas?
00:41:14: oder sagst du wir arbeiten eigentlich schon so gut mit unseren Praktikern zusammen dass es da gar nichts groß gibt?
00:41:22: Ja, noch wünschenswert wäre.
00:41:24: Wünsche hat man immer!
00:41:26: Ich genieße es tatsächlich diesen Austausch der bringt uns selber auch was und was besonders schön ist wenn wir Lehrbeauftragte haben.
00:41:35: Wir sind eine kleine familiäre Hochschule das dann man oftmals mit den Kollegen nachher in der Mensa zusammensitzt.
00:41:45: Dadurch dann natürlich einfach auch diese Brücken zwischen Anwaltschaft und Praxis- und Hochschule einfach geschlagen werden.
00:41:55: Und ein lebendiger Austausch eben auch über die reine Lehre im Hörsal hinaus gestaltet werden kann.
00:42:03: Hast du vielleicht zum Schluss noch einen Rat für junge Juristinnen und Juristen, die Praxis und Lehre klug verbinden wollen?
00:42:12: relativ früh anzufangen, Erfahrung zusammen in der Lehre.
00:42:17: Also ich habe tatsächlich auch im Jahr zwei Tausend Achtzehn bereits angefangen, Lehrbeauftrag zu sein im Referenzreferender Unterricht.
00:42:28: da sind in der Regel auch die Gerichte immer auch angewiesen darauf dass das Praktika hier Unterrichtseinheiten übernehmen und so einfach auch frühe Lehrerfahrung zusammen um zu merken, liegt mir das überhaupt?
00:42:46: Es gibt einfach Leute die dann feststellen.
00:42:48: Das ist nicht meine Welt!
00:42:50: Dann kann man sich immer noch wissenschaftlich betätigen... ersten
00:42:55: großen Lehrveranstaltung zu haben, diese Erkenntnis.
00:43:00: Ja genau!
00:43:01: Also dann kann man ja immer noch mit Hochschulen Kontakt suchen und in der Forschung mit HochSchulen zusammenarbeiten.
00:43:08: also ich finde es ganz wichtig auch für Praktika gerne diesen Blick auf die Gesellschaft nicht zu verlieren sondern da auch die Gesellschaft mitprägen zu wollen.
00:43:18: und das ist auch was.
00:43:24: was bringt denn die nebenberufliche Lehre der Rechtsanwälte in dem Rechtsanwaltsreputation, aber auch diese Möglichkeit, die Zukunft zu gestalten.
00:43:36: In Zukunft gestalte ich durch den Leuten, die diese Zukunft dann später nach uns gestalten werden.
00:43:46: Und dementsprechend ist Bildung da eine ganz wichtige Tätigkeit ein Dienst an der Gesellschaft?
00:43:54: Das finde ich auch.
00:43:56: und ich finde den Kontakt zu halten, zu der jungen Generation, zu dem jungen Menschen was bewegt sie.
00:44:04: Ich finde da bekommt man durch die Lehre einen tollen Einblick in diesem Zusammenhang, den man ja sonst, ich mein außer man ist Professorin.
00:44:15: Dann hat man das natürlich im Hauptberuf aber sonst ja wie jetzt zum Beispiel als Rechtsanwältin nicht hätte.
00:44:21: also da bin Ich auch ganz dankbar für diese Für diesen Einblick durch meine Dozenten Tätigkeit.
00:44:29: Ja, liebe Ina.
00:44:31: Wir sind am Schluss dieser ich glaube sehr spannenden aufschlussreichen Podcast-Folge.
00:44:37: ganz herzlichen Dank dass du dir die Zeit genommen hast und uns so wertvolle Einblicke gegeben hast in den Alltag an deiner Hochschule in deinem persönlichen und eben auch wie das für externe Lehrbeauftragte ist.
00:44:53: Und
00:44:54: ja, herzliche Dank dafür!
00:45:00: Mehr gibt es unter anwaltwerden.de.
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